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< Burgerversammlung St. Karlstag, 28. Januar 2019
21.03.2019 08:14 Alter: 87 days

325 Jahre Ringackerkapelle


Am St. Josefstag fand die Feier des 325-jährigen Bestehens der Ringackerkapelle statt. Der besinnliche Gottesdienst, gestaltet von Pfarrer Daniel Noti, Pfarrer und Ehrenburger Peter Jossen und Diakon Paul-André Ambühl, wurde mit Gesang vom Chor St. Stephan untermalt. Im Anschluss an die Hl. Messe lud die Burgerschaft Leuk zum Aperitif auf dem neugestalteten Rathausplatz, anschliessend zum Raclette ins Rathaus ein.

 

Der Chor St. Stephan begrüsste die Gäste mit ihren harmonischen Klängen. Musikalisch begleitete Beat Steiner die Gästeschar durch den Nachmittag. In gekonnter Weise gelang es ihm, diese immer wieder zum Mitsingen zu animieren.

 

Burgermeister Adalbert Grand erläuterte in seiner Rede die Geschichte der Ringackerkapelle, welche laut Experten der Denkmalpflege «in ihrer Ausstattung das reichste und originellste barocke Bauwerk des ganzen Kantons ist». Die Bezeichnung Ringacker geht wohl auf einen ummauerten Pestfriedhof zurück, der während der Pestjahre 1629-1630 angelegt worden war. An der nordöstlichen Ecke des Friedhofes ist auf dem Kupferstich des Jahres 1654 von Matthäus Merian eine kleine Kapelle auszumachen, welche wie ein Wallfahrtsort von weit her aufgesucht wurde. 1690 wurde die kleine Friedhofkapelle abgerissen. Weder der Name des Baumeisters, noch jener des Architekten der Ringackerkapelle konnten den Rechnungsbüchern der Burgerschaft entnommen werden. Am 2. Juli 1693 starb der fromme und gelehrte Pfarrer Jakob de Turino; im September trat Pfarrer Johann Josef Willa seine Nachfolge an. Beide hatten ihre Studien in Wien gemacht und ihnen ist wohl auch der Bau der Ringackerkapelle zu verdanken. 1694 tritt Johann Willa, der Vater von Pfarrer Johann Josef Willa, im Namen der Burgerschaft als Bauherr auf.

 

Die Ringackerkapelle ist das einzige sakrale Bauwerk, welches von der Bauzeit bis heute keine Veränderungen in der Konzeption erhalten hat. Die Orgel von 1722 auf der Empore ist die drittälteste des Kantons Wallis. Die 1719 angebaute Einsiedelei beherbergte Jahrzehnte lang fromme Beter.

 

Die Ringackerkapelle steht unter Schutz der Eidgenössischen und Kantonalen Denkmalpflege und ist ein National eingestuftes Denkmal. In den letzten 22 Jahren konnte die Kapelle unter dem Präsidium von Burgermeister Stefan Eggo in 3 Etappen komplett restauriert werden. Die Investitionen in Höhe von CHF 2.1 Mio. konnten durch die Burgerschaft Leuk nur getätigt werden dank den Subventionsbeiträgen der Eidgenössischen und Kantonalen Denkmalpflege, einem Beitrag der Gemeinde Leuk an die Fassadenrenovation und den grosszügigen Spenden der Loterie Romande, sowie privaten Spendern.

 

Der Einsatz für das Kulturdenkmal Ringackerkapelle hat sich seit jeher gelohnt. So soll es auch in Zukunft bleiben und eine der wichtigen Aufgaben der Burgerschaft Leuk sein.

 

Dank der Mithilfe von vielen fleissigen Händen wird dieser Tag als gelungenes Jubiläumsfest in Erinnerung bleiben.