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30.11.2018 09:40 Alter: 12 days

a.o. Burgerversammlung mit Wimdertrunk vom 25. November 2018 - Referat von Dr. Pierre-Yves Fux


Vatikan und Wallis. Erinnerungen und Erlebnisse

Was verbindet das Wallis mit dem Vatikan? Leuk ist der Start des «Weinwanderwegs», bis nach Martinach, und durch Martinach führt die «Via Francigena»; zu Fuss hat Pierre-Yves Fux dafür 44 Tage gebraucht. Nach Süden geht es weiter bis Santa Maria di Leuca! Im Mai 2016 hat der Bernhardinerhund Magnum ein Sonderbillet mit seiner Begleitung für die Generalaudienz auf dem Petersplatz erhalten, um eine Anerkennung für den Grand-Saint-Bernard als UNESCO-Welterbe zu unterstützen. Im Jahr 2006 war Papst Benedikt für die Vespern im Hospiz auf dem Pass. Viele erinnern sich sicherlich an den Besuch des Papstes Johannes Paul II in Sitten im Jahre 1984. Im Mittelalter sind mindestens 5 Päpste durch den Grand-Saint-Bernard gereist. Einer hat im Jahre 1274 die Simplonstrasse benutzt und ist auch durch Leuk gereist: der selige Gregor X. Vielleicht findet man irgendwann im Vatikan Details darüber. Im Vatikan befindet sich das grösste Archiv der Welt, mit ca. 90 km Regalen. Davon benutzt die Luzerner Nuntiatur ca. 20 m und die Diözese Sitten ca. 1,50 m. Für die Herstellung des Katalogs dieser Nuntiatur hat man 85 Jahre gebraucht; Pierre-Yves Fux hatte das Glück, die Beendung dieser Arbeit zu promovieren (inkl. mit einem «vin d’honneur» - aus dem Wallis).

 

Walliser waren 1870 die letzten, die für die Verteidigung des Päpstlichen Staats gekämpft haben: General de Courten und in erster Linie, bei der „Porta Pia“ Oberst Allet mit den Zuaven, die in Leuk gut bekannt sind. Es bleibt die Schweizergarde und Vatikanstadt als souveränes Territorium. Die erste Fahne, die man bei der Porta Sant’Anna sieht ist oft die Walliser-Fahne! Bei der Garde sind alle Kantonsfahnen sichtbar, eingeteilt je nach Grösse des Kontingents. Und fast immer, ist die Walliser an erster Stelle. Dies unterstreicht auch das EDA (Präsenz Schweiz) in einer mehrsprachigen Infographik! Im Wallis und auch für die Schweiz ist die Hauptstadt der Schweizergarde Naters, mit dem Gardemuseum, welches schon im 2013 mit dem EDA eine Ausstellung in Lateinamerika organisiert hat. Nach Rom reisen viele Walliser Delegationen – die grösste im Jahr 2015, als der Kanton Ehrengast für die Vereidigung am 6. Mai war. 

 

Ohne politische Interventionen wäre Kardinal Schiner im Konklave 1522 gewählt worden. In Rom erinnern an diesen Staatsmann eine Freske in der Gaststube der Schweizergarde und ein Denkmal in Santa Maria dell’Anima, wo er begraben wurde. In der Geschichte gibt es nur 9 Schweizer Kardinäle, davon also 2 Walliser, mit Bischof Schwery seit 1991. Zurzeit sind 2 Oberwalliser im päpstlichen diplomatischen Dienst tätig: Nuntius Zurbriggen, seit 2009 in Wien und Nuntius Tscherrig, seit 2018 in Rom und zwischen 2012 und 2017 in Buenos Aires. 

 

Vielleicht wird bald ein neuer Walliser Heiliger! Maurice Tornay ist ein Märtyrer, der 1949 ermordet wurde als er auf der Reise beim jetzigen Dalai Lama war. Er wurde im 1993 von Johannes Paul II seliggesprochen und ist auf der via Francigena in Bovernier und Orsières geehrt. Die kleinste Rebenparzelle der Welt gehört dem Dalai-Lama: die Vigne à Farinet, in Saillon. Aus Saillon stammt Yves Roduit, der seit 2014 im Tibet Wein produziert (zwischen 2000 und 2700 m.ü.M.). Sein Traum: eine Rebe von Petite Arvine zu Ehren von Maurice Tornay zu pflanzen.